← INDEX
Station · 2019–2022 · KISD, TH Köln #master

Master of Arts

Integrated Design · KISD, TH Köln

Mein konsekutives Masterstudium im Studiengang Integrated Design an der KISD — Köln International School of Design der TH Köln habe ich von 2019 bis 2022 der Suche nach Orten gewidmet, an denen physisch-materielle Raumkonfigurationen von virtuellen Strukturen und Plattformen überlagert werden.

Hervorgegangen ist diese Suche aus dem Bachelorstudium, in dessen Verlauf sich mein Interesse auf bildgeführte teleoperative Settings gerichtet hatte: auf Konstellationen also, in denen Handlung und Wahrnehmung räumlich vermittelt werden und die sich nicht auf den Operationssaal beschränken. Auf theoretischer Ebene stand die Frage im Vordergrund, welche Wahrnehmungs- und Handlungsmodalitäten solche virtuomateriellen Konstellationen hervorbringen und wie es sich anfühlt, in ihnen zu sein und zu handeln.

Dieser Frage bin ich im Research Proposal Immersive Fields nachgegangen, dem theoretischen Teil meiner Masterarbeit: Realität und Virtualität werden darin nicht als Gegensatzpaar geführt, sondern als gegeneinander verspannte Punkte in einem körperlich-materiellen Feld. Ein solches Feld entsteht überall dort, wo die körperlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten materiell-physisch oder apparativ überschritten werden — im Egoshooter ebenso wie in der U-Bahn oder in einer minimalinvasiven roboter-assistierten Operation.

Die Abschlussarbeit City on Demand überträgt die Frage nach Wahrnehmung und Handlung in solchen Feldern auf den städtischen Raum und analysiert die algorithmische Transformation urbaner Räume durch Plattformökonomien. Unter Zuhilfenahme von Mappingverfahren und (foto-)grafischen Analysen habe ich darin untersucht, wie sich On-Demand-Dienstleistungsunternehmen den städtischen Raum gleichermaßen physisch und virtuell aneignen und ihn zu einem integralen Bestandteil der eigenen Unternehmensinfrastruktur machen.

Die Arbeit ist im Umfeld der Forschungsstelle Echtzeitstadt entstanden, betreut von Prof. Dr. Carolin Höfler und Prof. Dr. Lasse Scherffig in den Fachgebieten Designtheorie und -forschung sowie Interaction Design. Methode und Gegenstand haben sich in diesen Jahren gemeinsam ausgebildet: designethnografische Feldforschung, Mapping und grafische Analyse als Verfahren, Infrastrukturen sichtbar zu machen, die darauf angelegt sind, nicht gesehen zu werden.