Integrated Design habe ich von 2014 bis 2019 an der KISD — Köln International School of Design in der Fakultät für Kulturwissenschaften der TH Köln studiert.
Integriert, interkulturell und interdisziplinär angelegt, ergänzt der Studiengang Theoriebildung und praxisorientierte Designprozesse um experimentelle und forschende Elemente. An die Stelle einer vermeintlich allgemeingültigen Gestaltungslehre treten die selbstgewählten Projekte der Studierenden, in denen die jeweils erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten adressiert und weiterentwickelt werden. Einem festgeschriebenen Bildungskanon folgt das Studium damit nicht; Schwerpunktsetzung, Vertiefung und Kompetenzerwerb liegen bei den Studierenden selbst.
Mein Schwerpunkt lag zunächst auf der Virtual Reality, in ihrer Theorie wie in ihrer gestalterischen Praxis. In Inner Team in VR habe ich das innere Team nach Schulz von Thun in eine virtuelle Umgebung übertragen; in With Eyes Wide Shut habe ich eine VR-Anwendung mitentwickelt, die die real-physische Umgebung der Betrachtenden in Echtzeit simuliert. Im weiteren Verlauf meines Grundstudiums richtete sich mein Interesse auf bildgeführte teleoperative Settings: auf Konstellationen also, in denen Handlung und Wahrnehmung räumlich vermittelt werden. Kognitive Nähe und räumliche Distanz entstehen dort nicht nacheinander, sondern werden von derartigen Apparaturen simultan hergestellt. Frühe Arbeiten in diese Richtung sind Sense of Being Here, drei phygitale Rauminstallationen, die Sehen, Hören und Fühlen als Effekte von Assemblagen erfahrbar machen, und das Lehrforschungsprojekt Beyond the Senses zur Wahrnehmung urbaner Umgebungen, gezeigt im Rahmen der 16. Architekturbiennale in Venedig. Entstanden sind beide, wie später die Bachelorarbeit, im Fachgebiet Designtheorie und -forschung von Prof. Dr. Carolin Höfler.
Abgeschlossen habe ich das Studium mit Screen Spaces, einem interdisziplinären Kooperationsprojekt mit der Uniklinik Köln zum Zusammenspiel von Bild, Raum und Handlung bei robotergeführten Operationen. Am Da-Vinci-System® wird diese Konstellation konkret: Die Operierenden arbeiten von der Patientin abgewandt an einer Steuerkonsole, sodass Handlung und Wahrnehmung vollständig über Bilder vermittelt werden.